Online-JobTalk: Berufseinstieg - verkehrte Vorstellungen?

Sehnsucht nach YOLO und Sicherheitsbedürfnis

Seit einem Jahr befindet sich Österreich im Ausnahmezustand, der sich massiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Welches Bild hatten Studierende und junge Absolvent*innen vor Corona von ihrem Berufseinstieg, und was hat sich nun geändert? Und was erwarten Unternehmen von den Neueinsteigern?

Unter dem Motto „Sehnsucht nach YOLO und Sicherheitsbedürfnis“ fand der JobTalk am 11. Mai Jahr virtuell statt. Über die verschiedenen Erwartungshaltungen zum Thema Berufseinstieg diskutierten Führungskräfte von EY Österreich, der Finanzmarktaufsicht und von Hofer sowie Studienvertreter*innen der Fachrichtungen Informatik, Jus und Wirtschaft. Rund 200 Studierende haben außerdem an dem Online-Event teilgenommen, moderiert wurde das Panel von Selina Thaler vom STANDARD.

Das größte Learning der Corona-Krises ieht Steffen Rother, HR Business Partner bei EY, in der Digitalisierung und Flexibilisierung von Prozessen und im Arbeitsalltag „Wir haben in diesem Bereich einen riesigen Sprung nach vorne gemacht“, sagt er. Dora Bertrandt, Vorsitzende der Fakultätsvertretung Jus, schließt sich in diesem Punkt ihrem Vorredner an: „Lange Zeit wurde Flexibilität eher von Arbeitnehmerseite erwartet – pandemie-bedingt sind nun auch viele Arbeitgeber flexibler geworden.“

Was jetzt gefragt ist

Auch Barbara Peyrer, HR Business Partner der Finanzmarktaufsicht, sieht Flexibilität auf beiden Seiten als besonders wichtig an. „All jene, die eine hohe Lernbereitschaft und Offenheit für Neues mitbringen, profitieren natürlich von dem zusätzlichen Wissen, dass im Job auf sie wartet“, sagt sie. Noch wichtiger als schon die letzten Jahre sei für Beschäftigte laut Karin Viechtbaur, Geschäftsführerinder Zweigniederlassung Stockerau der Hofer KG, die Teamfähigkeit. „Personen und Abteilungen, die auch schon vor Corona gut zusammen gearbeitet haben, hatten es auch in der Krise leichter“, begründet sie.

Eine Live-Umfrage unter den Teilnehmenden zeigt, dass den Studierenden in Hinblick auf den Beruf vor allem Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sowie interessante Aufgaben und eine gute Work-Life-Balance wichtig sind. Sicherheit und auch das Gehalt stehen für die meisten nicht an vorderster Stelle. Und das obwohl zuletzt einige aktuelle Umfragen nahelegen ,dass der Wunsch nach Absicherung während der Pandemie bei den Jungengestiegen sei.


In die berufliche Zukunft blicken dennoch viele mit Sorge. Die Jobsuche nehmen die Befragten aktuell als schwieriger wahr. „Was die Jobchancen betrifft, sind wir in der IT-Branche immer noch sehr gutaufgestellt“, sagt Kevin Sidak, Vorsitzender der Studienrichtungsvertretung Informatik. Auch ihm sind spannende Arbeitsaufgaben wichtig, und er sieht vor allem die Unternehmen in der Verantwortung, dies auch gutumzusetzen. „Die Bedürfnisse sind natürlich sehr individuell. Mir hat es im Jobeinstieg besonders geholfen, einen Mentor zu haben, von dem ich noch viel lernen konnte –und um richtig anzukommen“, sagt Caroline Pöttinger, Vorsitzende der Studienrichtungsvertretung Wirtschaft.

Text:  Anika Dang, DER STANDARD, erschienen am 15/16. Mai 2021


Diskutant*innen

Studienvertreter*innen:


Dora Bertrandt
Vorsitzende Fakultätsvertretung Jus
 

 




Caroline Pöttinger
Vorsitzende Studienrichtungsvertretung (I)BW

 



Kevin Sidak
Vorsitzender Studienrichtungsvertretung Informatik

 

Führungskräfte:

 

Steffen Rother
HR Business Partner | EY

 

 

Barbara Peyrer
Recruiting | FMA

 

 

 

Karin Viechtbaur
Geschäftsführerin der Zweigniederlassung Stockerau | HOFER KG

 


Moderation:

Selina Thaler
Redakteurin und Co-Leitung UniStandard, Ressort Karriere

 

 

Unternehmen:




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