Vom Lehrberuf zur Teamleitung in der ÖNB

Wie ich wurde, was ich bin

Daniel Skina ÖNB im Karriere.Portrait bei Uniport

So vielfältig wie die AbsolventInnen der Uni Wien, sind auch ihre Wege ins Berufsleben. Gerade Umwege sind oft wertvoller als gedacht. Wohin führt es Uni Wien-AbsolventInnen? Wir fragen nach.


In Kooperation mit dem Institut für Kulturkonzepte

Eine Wegskizze von Daniel Skina, Teamleiter in der Österreichischen Nationalbibliothek

Auf Spur kommen

In meiner Jugend war ich wenig ambitioniert und dauernd grantig. Beim Erwachsenwerden half mir ein Jahr als Au-Pair Junge in Paris. Die Schule hatte ich davor abgebrochen, also war klar, ich müsste wieder nach Österreich zurück, um zumindest die Matura nachzuholen, was ich auch tat. Parallel dazu absolvierte ich eine Lehre zum Buchhändler. Zwei Jahre später hatte ich die Matura und meinen Lehrabschluss in der Tasche. Es folgte das Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Erstens, weil ich mich für das Fach interessierte und zweitens, weil ich es schick fand. Im Buchhandel habe ich während des Studiums weitergearbeitet.


"Aus der Literatur- und Buchbranche kommend, konnte ich durch das Studium der Kunstgeschichte meinen Horizont maßgeblich erweitern. Dies befähigt mich heute, in einer der größten Kulturinstitutionen des Landes unterschiedlichste Aufgaben übernehmen zu können."


Während des Studiums und neben dem Beruf habe ich immer versucht auch in anderen Bereichen des Kulturbetriebes mitzuarbeiten oder besser gesagt, mich ehrenamtlich zu engagieren. Dieser Ehrgeiz Neues zu entdecken, führte mich in kleine Theaterhäuser, einen Verlag sowie in das Tanzquartier Wien. Freizeit hatte ich in diesen Jahren zwar keine, aber da ich ja die Pubertät verschlafen hatte, dachte ich mir, ich muss jetzt umso wacher sein.

Lesesall der ÖNB

Den Weg finden

Nach Abschluss des Studiums suchte ich nach neuen Herausforderungen. Ich konnte bereits einige Jahre an Berufserfahrung sowie ein wenig Praxis in der Personalführung vorweisen. Beides, kombiniert mit meinem Know-how rund um das Medium Buch, ebnete mir den Weg in die Österreichische Nationalbibliothek. Seit knapp fünf Jahren arbeite ich nun in einer der größten Kulturinstitutionen des Landes als Teamleiter Front-Office und Magazine in der Abteilung Benützung und Information. Was das ist? Ich bin verantwortlich für das LeserInnenservice in der Bibliothek am Heldenplatz sowie für die Logistik im Bücherspeicher, der sich unter dem Burggarten befindet und knapp 4 Millionen Bücher beherbergt.


"Ich habe gelernt komplexe Sachverhalte zu verstehen, aufzubereiten und einem breiten Publikum verständlich zu vermitteln oder zu präsentieren. Diese Kompetenz überträgt sich heute in strategische Planungen sowie in der MitarbeiterInnenführung meiner täglichen Arbeitspraxis."


Mein Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahren sukzessive erweitert. Um dem gerecht zu werden, studierte ich in den letzten zwei Jahren berufsbegleitend das postgraduale Masterstudium Kulturmanagement an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Da das Curriculum zum damaligen Zeitpunkt das Themenfeld der Kulturvermittlung nicht abdeckte, entschied ich mich dazu, zusätzlich den Lehrgang Kulturvermittlung am Institut für Kulturkonzepte zu absolvieren.

Prunksaal, Josefsplatz 1, 1010 Wien © Österreichische Nationalbibliothek/Hloch

Mit Herzblut arbeiten

Zu einer meiner Tätigkeiten, die ich ganz besonders mag, gehört die Vermittlung der Bibliothek sowie der wechselnden Ausstellungen, die im barocken Prunksaal präsentiert werden. Mir war wichtig meine Vermittlungsarbeit zu professionalisieren. Die Inhalte, die mir am Institut für Kulturkonzepte näher gebracht wurden,  gaben mir das Rüstzeug, Formate neu zu konzipieren und Wege zu finden, meine eigene Leidenschaft zur Österreichischen Nationalbibliothek unterschiedlichsten Menschen zu vermitteln. Auch und besonders jenen, die mitten in der Pubertät stecken.

Die Österreichische Nationalbibliothek feiert 2018 ihr 650-jähriges Jubiläum. Besucht die Jubiläumsausstellung Schatzkammer des Wissens im Prunksaal noch bis 13. Jänner 2019.

 



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