Donnerstag 27. April 2017
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Wie ein Absolvent der Uni Wien die Buchhaltung revolutioniert

 

Im Portrait

 

 

Wendelin Amtmann, BSc. ist Mitbegründer & CEO von ChillBill.

Absolviert hat er das Studiums der Mikrobiologie & Genetik an der Universität Wien.

Was ist ChillBill?

 

ChillBill hilft jedem Unternehmen. Wir erledigen eine Aufgabe, die fast kein Unternehmen gerne macht: die Buchhaltung. Trotzdem muss es jeder machen. Also haben wir uns gedacht, wie geht es so einfach wie möglich? Genau aus dem Grund haben wir ChillBill entwickelt.

 

Was ist euer USP?

 

Jeder, der schon mal selbständig war, kennt das Problem: Rechnungen kommen von allen Seiten, alle Belege müssen geordnet, archiviert, abgetippt und sortiert werden. Alle Unterlagen gehen dann an die Steuerberatung. Dieser Prozess ist nicht nur mühsam, sondern auch veraltet. Unsere Kunden können einfach alle digitalen Rechnungen an uns per E-Mail schicken, die Rechnungen werden automatisch von einer intelligenten Software namens Merlin verarbeitet. Parallel hat die Steuerberatung Zugriff auf die vorerfassten Rechnungen. Rechnungen abtippen oder Mappen zur Steuerberatung tragen gehören der Vergangenheit an.

 

Für wen ist ChillBill gedacht?


ChillBill ist für alle Unternehmen mit bis zu fünfzig MitarbeiterInnen ideal geeignet. Der Großteil unserer aktuellen KundInnen sind österreichische Start-ups und technologieaffine Medienunternehmen. Außerdem haben wir Partnerschaften  mit großen Steuerberatungen, die für ihre Mandanten die Kosten für ChillBill übernehmen.


Was ist euer Business-Modell?


Wir richten uns auf der einen Seite an Unternehmen mit unterschiedlichen Preispaketen. Auf der anderen Seite verkaufen wir direkt an Steuerberatungen. Die Steuerberatungen nutzen ChillBill, um Prozesse in der Kanzlei zu automatisieren und zu digitalisieren.

 

Was habt ihr im Studium gelernt, was euch jetzt weiterbringt?


Unser Team ist sehr divers aufgestellt und hat unterschiedliche akademische Hintergründe. Ich habe zum Beispiel Genetik studiert, wir haben auch viele Software-EntwicklerInnen im Team, einen klassischen BWLer und eine Filmwissenschaftlerin. Die Teamdiversität erlaubt es uns, Buchhaltung anders zu denken. Ein abgeschlossenes Studium ist immer eine gute Eintrittskarte für einen Beruf oder ein Bewerbungsgespräch.

 

Gab/Gibt es Mentoren im universitären Kontext, die euch Impulse gegeben haben oder euch noch begleiten?

 

Leider nein, da hätte es dann ein Pharmaunternehmen werden müssen.

 

Was war die größte Hürde bei der Gründung?

 

Das Schwierigste war die Ungewissheit. Die Zeit hängt einem im Nacken, denn irgendwann ist das Ersparte zu Ende. Da kommt es zu Unstimmigkeiten und Reibereien, aber das macht anscheinend jeder durch. Also rechtzeitig über Förderungen informieren und eine Finanzierung sichern. Das nimmt den Druck zumindest ein bissl raus.


Wart ihr Teil eines universitären Inkubators?


Nein. Wir haben uns zwar anfangs für INiTS beworben, das haben wir aber eine Spur zu locker genommen. Damals sind wir auf den wirklich wichtigen Pitch mit Badehose und FlipFlops gegangen. Alle anderen waren im Anzug, dementsprechend
ist das Ganze auch verlaufen. Ich nehme es vorweg: Wir sind nicht genommen worden. Im Endeffekt waren wir dann im 5starts Inkubator vom Sektor5. Sehr empfehlenswert und auch mit Badehose möglich.

 

Ihr habt letztes Jahr eine sechsstellige Förderung von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft erhalten. Wie konntet ihr überzeugen?


Ja, das war eine tolle Sache. Heuer wird’s diesbezüglich nochmal spannend. Ich denke, das gut ausgearbeitete Förderungsansuchen hat die Jury überzeugt. ChillBill ist der einzige Anbieter, der eine intelligente Rechnungserkennung selbst entwickelt
hat, dadurch können wir langfristig gegenüber Mitbewerbern unsere operativen Kosten drastisch reduzieren.


Was sind eure nächsten Ziele?


Wir bekommen manchmal die Frage, wann ist ChillBill fertig? Mein Co-Founder und Mitgeschäftsführer Clemens Helm sagt dann meistens: „Es wird nie fertig sein.“ Das kann ich mittlerweile bestätigen, einfach aus dem Grund, weil es so viele interessante Features gibt, die wir noch implementieren könnten. Abgesehen von der technischen Seite sind unsere nächsten Ziele, Marktführer in Österreich zu werden und so flächendeckend automatisches Kontieren einzuführen.

 

Was ist eure liebste Tradition im Büro?


Wir spielen jeden Donnerstag gemeinsam UNO, und haben auch ganz klischeemäßig einen Wuzzler im Büro stehen. Nach unserem bald anstehenden Umzug wird es auch einen Tischtennistisch geben. Es ist wichtig, sich während des Arbeitens
immer wieder zu entspannen.

 

Du willst ein Unternehmen gründen oder dich selbstständig machen und hast bereits eine vage Idee?

 

u:start – das Gründungsprogramm für AbsolventInnen und Studierende unterstützt dich dabei, die persönliche Geschäftsidee zum qualitätsvollen Businessplan zu entwickeln.

 

Mit Sommersemester 2017 startet ein neuer Durchgang: In Gründungsworkshops im Mai und Juni wird intensiv an der eigenen Geschäftsidee gearbeitet. Wer sind meine Zielgruppen? Was ist mein USP? Wie finanziere ich die Gründungsphase? Brauche ich PartnerInnen? Mit der ausformulierten Geschäftsidee kann man sich für die anschließenden Ausbildungsseminare bewerben.


Bewerbungsschluss ist der 23. April 2017.
Alle Infos gibt es unter: ustart.at

 

 

Dieser Beitrag erschien erstmals in RISE, dem Karrieremagazin für Studierende und Young Professionals der Universität Wien.

 

 

 

 

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