Die vermeintliche Lücke im Lebenslauf

Wie du berufliche Auszeiten und spontane Zwischenstopps überzeugend darstellst

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Erstmal die Frage: Was soll das sein, eine Lücke im Lebenslauf? Habt ihr eine Pause beim Leben und Arbeiten gemacht und klafft deshalb ein Loch im CV? Wohl kaum! Das Leben spielt sich immer ab, und in jeder Minute sammelt ihr wertvolle Erfahrungen und baut Kompetenzen auf. Also keine Angst vor dieser vermeintlichen Lücke, denn ihr könnt sie mit guten Argumenten sinnvoll füllen.

Dies kann durch Kurse und Online-Weiterbildungen geschehen, aber auch ein längerer Roadtrip oder eine persönliche Auszeit helfen euch dabei, mehr über euch selbst zu erfahren. Und das ist wertvoll.

Berufliche Auszeit nutzen

Ein gutes Beispiel ist Anna, die nach der Kündigung ihres Jobs ein halbes Jahr nach Spanien ging. Strand, Sonne, die Sprache und die alte Architektur, fantastisch! Und sie absolvierte nebenbei Online-Kurse im Bereich Digitales Management und erwarb Zertifikate. In ihrem Lebenslauf betonte sie die Weiterbildung, verknüpfte sie mit den neu erworbenen Sprachkenntnissen. Durch dieses gezielte Beschreiben ihrer „Lücke“ konnte Anna sich proaktiv und engagiert zeigen und so bei zukünftigen Arbeitgebern punkten.

Wertvolle Erfahrungen …

Auch eine Unterbrechung durch die Versorgung eines Familienmitglieds kann überzeugend dargestellt werden. Nehmen wir den Fall einer meiner Kundinnen: Sie pausierte fast ein ganzes Jahr, weil sie sich um ihre erkrankte Mutter gekümmert hat. Ins Coaching bei Uniport Karriereservice kam sie mit der bangen Frage, wie sie diese Lücke im Lebenslauf kaschieren sollte. Wozu kaschieren? Ist es nicht eine wertvolle Lebenserfahrung, für eine andere Person da zu sein? Und diese Aufgabe verlangt doch spezielle Skills, oder?

Anstatt also diese Zeit als Lücke zu sehen, fügte sie dieses Jahr als „persönliche Auszeit für die Familie“ im Lebenslauf ein und betonte die damit verbundenen Kompetenzen: Organisations- und Zeitmanagement, Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen. Sie argumentierte, dass diese Erfahrungen sie als Mensch gestärkt haben und sie nun in der Lage ist, besser auf die Bedürfnisse und Herausforderungen im Arbeitsumfeld zu reagieren.

Überlege, ob du ähnliche Erfahrungen gemacht hast, und nütze sie bei Bewerbungen zu deinem Vorteil. Jede*r Arbeitgeber*in ist an Mitarbeiter*innen interessiert, die empathisch und engagiert im Team agieren.

… sind Argumente

Es gibt keine echten Lücken im Lebenslauf – oft sind es ungenutzte Gelegenheiten, um Erfahrungen und Fähigkeiten hervorzuheben. Ob Weiterbildung oder persönliche Entwicklung, jede Phase eures Lebens bietet Wertvolles. Setzt diese Erfahrungen taktisch ein und formuliert im Lebenslauf oder im Motivationsschreiben, wie ihr damit in einem künftigen Job arbeiten wollt. So könnt ihr nebenbei potenzielle Arbeitgeber von eurer Eignung überzeugen.



Andrea Waldbrunner

Karriereberaterin & Teamleiterin der Karriereberatung bei Karriereservice der Universität Wien | Uniport



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